Fliegergruppe Heidenheim/Steinheim e. V. © 2021

 


Von der Schäfhalde zum Mt.Blanc

 

Zwei Piloten der Fliegergruppe Heidenheim/Steinheim (Claus Naumann und Otto Benz)

gelangen herrliche Flüge über Mt.Blanc und Matterhorn.

 

Hier unsere Schilderung:

 

Abfahrt auf der Schäfhalde am frühen Morgen. Unsere Reiseroute mit den Anhängern geht über Bregenz, Bern, Montreux am Genfer See vorbei, durch den Gr. St. Bernhardtunnel nach Aosta. Hier empfängt uns Schnee und Regenschauer. Diese Wetterlage hält uns eine Woche am Boden fest. Zeit genug zur Überprüfung unserer Flugzeuge und vor allem der Sauerstoffanlage.

Zu Beginn der zweiten Woche bessert sich die Wetterlage und nun kann endlich geflogen werden.

Vor Beginn des Flugbetriebes werden alle Piloten täglich in einem „Briefing“ über Wetterlage und Vorschriften, aber auch über das Verhalten in Notfällen beim Flug in großer Höhe über dem Alpenraum, eingewiesen.

Ein starkes Schleppflugzeug zieht uns auf ca. 1000 Meter an einen Berghang. Hier geht es im Hangaufwind mit ca. 2 m/s empor. Wir steigen auf 3500 Meter. Es gelingt der Einstieg in das Wellensystem von Aosta.

Hier entstehen bei starken Winden aus nördlicher Richtung waagrechte, wellenförmige Luftströmungen hinter und über dem Alpenhauptkamm. Wir fliegen in eine Welle ein und steigen ruhig und stabil nach leichter Turbulenz nach oben. Die Sauerstoffmaske liegt bereit und wird angelegt. Jetzt ist der Funkverkehr untereinander etwas schwieriger geworden. Wir steigen etwas entfernt zueinander mit etwa 4 m/s auf 5300m. Weiterer Steigflug ist wegen der streng einzuhaltenden Luftverkehrsregelung nicht möglich. Hier kommen wir bereits dicht an die Untergrenze der Verkehrsflugzeuge  heran und deshalb ist Vorsicht geboten. Die Lufttemperatur beträgt minus 30 Grad Celsius! Im Flugzeug selber ist es durch die Sonneneinstrahlung nicht ganz so kalt.

Allein die Tatsache in einem Kunststoffsegler aus Glas- und Kohlefaser mit einer Spannweite von 18 Metern zu sitzen und dabei die herrliche Bergwelt von oben zu betrachten, lässt die etwas kalt werdenden Füße vergessen. Beim Anfliegen des 35km entfernt liegenden Mt.Blanc gibt es starke Turbulenzen über Courmayeur und dem Tunneleingang in Richtung Chamonix. Dann sind wir über dem Gipfel des Mt.Blanc. Der Blick geht bis zum Genfer See im Norden und reicht im Süden fast bis Turin.

Aus dieser Höhe gleiten wir die 70km nach Osten Richtung Matterhorn. Die einzigartige Felspyramide zeigt schon von weitem ihre besondere, unverwechselbare Form. Der gigantische Felsen nötigt schon beim Anflug Respekt ab. Unten sehen wir Zermatt, Gornergrat  und die Monte Rosa Gruppe im Osten. Das Tal von Cervinia verläuft nach Süden und es wimmelt von skifahrenden Punkten im Schnee. Die Hänge sind überzogen von Liftanlagen und wir halten vorsichtig Abstand und Höhe.

Begeistert vom bisherigen Flug geht es zurück nach Aosta. Der Abstieg aus 5000 Metern wird von uns langsam durchgeführt, um die Struktur und Lackierung der Flugzeuge an die zunehmende Außentemperatur anzugleichen und Lackrisse zu vermeiden. Auch wir selbst bekommen wieder warme Füße.

Nach 4 Stunden hat uns die Landebahn von Aosta wieder. Es hat sich gelohnt!

 

Jetzt wieder zurück auf der Schäfhalde, würden wir gerne unsere Erfahrungen und Erlebnisse an andere weitergeben. Der Einstieg bei uns ist in jedem Alter möglich. Ab 14 Jahren kann man schon unter Aufsicht eines Fluglehrers den 1. Alleinflug machen. Nach Absprache steht einem Schnupperflug nichts im Wege!

Auskünfte über die Ausbildung zum Segelflieger auf der Schäfhalde kann man an allen Wochenenden, Sonn- und Feiertagen bei gutem Wetter beim Flugleiter und natürlich allen Mitgliedern erhalten.

Unser Slogan lautet: SINNVOLLE FREIZEIT = SEGELFLIEGEN